Pressemitteilung zum Gersdorfer Schachthaus (Quelle:DÖBELNER ANZEIGER Mittwoch, 12. Februar 2003)  
     
 

Neues Dach wird jetzt gefördert Verein kämpft weiter um Unterstützung und fordert ein neues Gutachten

 
     
  GERSDORF • Vor drei Jahren ließ sich der Gersdorfer Verein "Segen Gottes Erbstolln" das älteste in Sachsen noch erhaltene Kunst- und Treibeschachthaus eines Pferdegöpels überschreiben. Damals nahmen die Knappen des Vereins an, dass die bereitwilligen Fördermittelzusagen für die Sanierung des 1786 errichteten und mittlerweile völlig maroden Gebäudes nicht nur leere Versprechungen bleiben. Doch nach und nach "zerplatzten" die Programme zum Erhalt des seit 1960 unter Denkmalschutz stehenden Hauses wie Seifenblasen. Immer wieder wurde der Anteil der finanziellen Eigenleistung erhöht. Dies alles veranlasste die Vereinsmitglieder, ihre Bestrebungen anlässlich der Mettenschicht im Dezember vergangenen Jahres endgültig zu Grabe zu tragen. Wider Erwarten ist der Stein nun erneut ins Rollen gekommen. Ob die Mettenschicht und der öffentliche Druck oder die geplante Aufnahme der "Montanlandschaft Erzgebirge" in das Weltkulturerbe der Unesco zu einem Umdenken bei den Behörden geführt haben, lässt sich nicht sagen. Fakt ist, dass das Landratsamt Mittweida nun zumindest die ein neues Wetterdach bezahlen will. Die alte vor drei Jahren zum Schutz vor Nässe aufgebrachte Folie ist mittlerweile so durchlöchert, dass das Regenwasser ungehindert in die ohnehin marode Bausubstanz eindringen kann. Schimmel macht sich breit und die teilweise mit Stuck verzierten Decken fal- len herunter. Wie Jens Schmidt, Vorsitzender des Vereins, vor einigen Tagen erklärte, ist die Untere Denkmalschutzbehörde nun wieder bemüht, das Kunst- und Treibeschachthaus zu retten. Doch die Vereinsmitglieder haben in den vergangenen Jahren gelernt, mit solchen Versprechungen vorsichtig umzugehen. "Mittlerweile sind die Sanierungskosten noch höher geworden. Alles" ist nass und morsch. Auf Grundlage der alten Berechnungen ist da nichts mehr zu machen", sagt Schmidt. "Hätten die Ämter damals gleich Nägel mit Köpfen gemacht, dann wäre mehr zu retten gewesen", ergänzt er. Karl-Heinz Karsch von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes erklärte, dass auch er gegen die bestehenden Bestimmungen machtlos sei. Dreh- und Angelpunkt sei die Höhe des vom Verein zu erbringenden Eigenanteils. "Eigentlich muss der Verein 20 Prozent der Summe tragen. Er kann aber nur zehn Prozent aufbringen. Irgendwie muss diese Differenz bezahlt werden", sagte Karsch. Am 24. Februar wolle er sich aus diesem Anlass noch einmal mit Vertretern des Amtes für Ländliche Neuordnung treffen. Größere Chancen für den Erhalt des Schachthauses verspricht er sich von der angestrebten Aufnahme ins Weltkulturerbe der Unesco. "Dadurch könnten wir auch die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz mit ins Boot holen und die Probleme lösen", sagte Karsch. • TK