Frühstück mit Helm und Grubenlampe

Vorerst letzter Frühstückskorb der DAZ geht an Gersdorfer Bergleute für ihre wichtige Arbeit im Dunkeln

Ro▀wein/Gersdorf. Der letzte Frühstückskorb für Helden der Döbelner Allgemeinen Zeitung ging am Sonnabend an Menschen, die ehrenamtlich im Dunkeln schuften: An die Bergleute vom Verein Segen Gottes Erbstolln e.V. in Gersdorf. Vor der Einfahrt in das historische Bergwerk kam für Vereinschef Jens Schmidt, Albrecht Zieger, Udo Peuckert, Axel Kirchhübel, Klaus Arnold, und Constance Schmidt die Stärkung gerade recht. Jeden Sonnabend treffen sich gut 20 Vereinsmitglieder zum Arbeiten an den Stollen, an über- und unterirdischen Zeugnissen sächsischer Bergbaukunst. Einmal im Monat ist ein langer Arbeitstag eingeplant. Ein solcher langer Samstag unter Tage war auch der vergangene Sonnabend. "Ich wollte einfach mal die Schinderei unserer Vereinsmitglieder würdigen, die weitgehend unsichtbar unter der Erde eine wichtige Arbeit für unserer Heimat leisten. Das Frühstück für Helden der Döbelner Allgemeinen Zeitung soll somit auch eine kleine öffentliche Anerkennung sein", sagt Volkmar Lange, der selbst Bergmann und Urgestein des Vereins ist. Nach der Stärkung mit frischen Brötchen, deftigen Wurstspezialitäten, Kaffee, Marmelade und einem kurzen Blick in die aktuelle DAZ brachen die Männer mit Helm, Grubenlampe, Schubkarre und Werkzeug auf in die einsame Dunkelheit unter Tage. Vom Einstieg im Adamsstollen marschierten sie knapp 1,8 Kilometer unter Tage zu ihrer Baustelle. Etwa 80 Meter unter dem Waldboden legen die ehrenamtlichen Bergleute an unzähligen Wochenenden den Maria Morgengang frei. Dieser soll als Zugang dienen, um zu einem im Mittelalter angelegten Grubenfeld zu gelangen. Die Arbeit ist mühsam. Mit der Schubkarre werden von über Tage Bruchsteine herangefahren und Abraum aus der Grube gekarrt. Aus den Steinen werden Mauern gesetzt. Auf diese kommen Holzbalken, um die Gangdecken zu sichern. Auf diesen Balken werden wiederum Stahlträger Stück für Stück in den zu öffnenden Gang getrieben, damit nicht immer wieder Geröll von oben nachrutscht. Bis die mittelalterlichen Grubenfelder ihre Geheimnisse prei▀ geben und von der Bergbaukunst in dieser Region berichten können, werden die ehrenamtlichen Bergleute noch viele Wochenenden schuften. "Die Förderung und gesellschaftliche Anerkennung dieser Arbeit lässt dabei durchaus zu wünschen übrig. Dabei ist doch die industrielle Entwicklung und die Wirtschaftskraft Sachsens ganz eng mit der Bergbaugeschichte auch in unseren Breiten verknüpft", erklärt Volkmar Lange.
Thomas Sparrer


Quelle: Döbelner Allgemeine Zeitung via Segen-Gottes-Erbstolln Gersdorf e.V.