Schneeberger Bergbrüder zu Besuch in Schneeberg/Südtirol

Bergmännische Andacht in St. Leonhard
Ray Lätzsch(l.) und Karl-Heinz Thate vor den Bergwergsanlagen in St. Leonhard
Die Bergbrüderschaft "Schneeberger Bergparade" fuhr mit 70 Mitgliedern und Gästen für vier Tage nach Ridnaun - Schneeberg. Schneeberg in Südtirol ist jedoch keine Stadt oder ein Berg, sondern ein riesiges Bergbaugebiet welches sich von 2000 bis auf 2500 Meter über dem Meeresspiegel erstreckt. Auch dort gibt es eine jahrhunderte alte Bergbaugeschichte und das höchst gelegene Besucherbergwerk Europas.
Hermann Schölzhorn, Mitarbeiter des Erlebnisbergwerkes und Mitglied des dortigen Knappenvereines nahm vor ein paar Jahren mit uns Kontakt auf, als er von der Stadt Schneeberg im Erzgebirge hörte. Da uns nicht nur der Name "Schneeberg" miteinander verbindet, sondern auch die bergbauliche Geschichte, blieben wir in Kontakt. Vor zwei Jahren besuchte uns dann Herr Schölzhorn zum Lichtelfest. Er schwärmt noch heute von diesem Besuch und den Eindrücken die er im Erzgebirge erlebt und gesehen hat. Gerade die Traditionspflege in der Weihnachtszeit hat ihn überwältigt, da es so etwas in Südtirol nicht gibt. Auf die ausgesprochene Einladung: "Wir könnten doch auch mal sein Schneeberg besuchen", folgten Taten. Am 11. Juli war es dann soweit und die Bergbrüder aus Schneeberg fuhren nach Südtirol.
Am Abend des Anreisetages verbrachten wir ein paar gemütliche Stunden mit dem Knappenverein Ridnaun bevor es dann am nächsten Tag zu den verschiedenen zusammengestellten Touren durch die "BergbauWelt" Ridnaun ging. Eine Gruppe schaute sich die Bergwerksanlagen in St. Leonhard an und fuhr anschließend in die Stadt Sterzing. Eine weitere Gruppe fuhr mit der Grubenbahn 3,5 km in den Poschhausstollen ein und besichtigte das Besucherbergwerk. Nach der Ausfahrt aus dem Stollen wanderten sie noch bis auf 2200 m. ü. d. M. und schauten sich die Bergbaulandschaft an. Es wurde auch eine schwierige Tour zu Fuß angeboten, welche 13 Mann in Angriff genommen haben. So ging es mit Rucksack und Bergwerksausrüstung im Ridnauntal los. Nach dem beschwerlichen Aufstieg des Kaindljoch bis auf 2700 m. ü. d. M., an alten Bergwerksanlagen und Stollenmundlöchern vorbei, wurden die Wanderer mit einen fantastischen Blick über das Bergbaugebiet "Schneeberg" belohnt. Dann ging es zum Abstieg in das alte Knappendorf St. Martin. Dort lebten in der Blütezeit des Bergbaues bis zu 1000 Bergmänner. Nach einer kräftigen Stärkung ging es dann weiter bis zum Stolleneingang des Karlstollens im Passeiertal bis auf 2030 Meter. Nach einem 1,6 Kilometer langem Fußmarsch durch den Entwässerungstollen und der Führung im Besucherbergwerk kam die Gruppe wieder auf dem Poschhausstollen an, der mit der Grubenbahn befahren wird. Am Mundloch des Poschhausstollens im Ridnauntal endete die Tour der 13 Wanderer. Nach 10 Stunden kamen auch sie gesund, aber etwas erschöpft, im Hotel wieder an.
Am dritten Tag nahmen die Mitglieder der Bergbrüderschaft an einer Bergparade und einer bergmännischen Aufwartung in St. Leonhard teil. Der Anlass war das jährliche Bergbaufestes der "BergbauWelt" Ridnaun - Schneeberg. Dort wurden wir von allen noch einmal ganz herzlich begrüßt. Ray Lätzsch, der 1. Vorsitzende der Bergbrüderschaft "Schneeberger Bergparade" bedankte sich nochmals für die Einladung und für die gemeinsamen ereignisreichen Tage. Am Nachmittag wurde eine Südtirol Rundfahrt organisiert um Land und Leute noch besser kennen zu lernen, bevor es am nächsten Tag wieder Richtung Schneeberg im Erzgebirge zurück ging.


Hauptvermesspunkt in St. Martin
Bergarbeiterdorf St. Martin mit Stollenmundloch


Text und Fotos:Mike Rothemann (Bergbrüderschaft Schneeberger Bergparade)