"Alarm! Einsatz im Museum!"
- Sonderausstellung im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge zur Feuerwehr und Grubenwehr mit seltenen Exponaten eröffnet-

Sonderausstellung im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge zur Feuerwehr und Grubenwehr vom 27.04.2013 bis 05.01.2014
Sonderausstellung im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge zur Feuerwehr und Grubenwehr vom 27.04.2013 bis 05.01.2014
Oelsnitz/Erzgebirge 01.05.2013 Am 27. April 2013 eröffnete das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge eine Sonderausstellung zur Geschichte der Feuer- und Grubenwehr im sächsischen Steinkohlenbergbau. Präsentiert werden einzigartige und selten gezeigte Exponate wie eine Horch-Feuerwehr von 1936 des Zwickauer Horch-Museums und eine Handruckspritze von 1850. Der Standort Leipzig des zentralen Grubenrettungswesens steuerte interessante Rettungsgeräte der Grubenwehr bei.
Große Grubenunglücke trafen in vergangener Zeit auch den sächsischen Steinkohlenbergbau in schrecklicher Weise. Die Vorbeugung, aber auch die Bekämpfung von Gefahren war von großer Bedeutung. Besonders im untertägigen Bereich wirkte eine zunehmend besser ausgerüstete Grubenwehr. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften und unter Einsatz des Lebens, begegnete sie den ewigen Feinden des Kohlenbergmannes - Brand, Explosion und Gasausbruch.
Eine bemerkenswerte Verbesserung erlebte das Rettungswesen jedoch infolge des schweren Bergwerksunglücks von Courrières in Frankreich. Am 10. März 1906 forderte dieses 1.125 Opfer. Vielfältige Impulse gingen in jener Zeit, insbesondere auf dem Gebiet der Geräteentwicklung, von Oelsnitz (Erzgeb.) aus. Darunter zu verzeichnen ist die vom Leiter der Unfallhilfestelle, Steiger Siegel, konstruierte Siegelsche Nasenklemme. Ebenso das durch den Oberleiter, Bergdirektor Kliver, entwickelte fahrbare Schleifbrett. Jenes ermöglichte, auf seinem Ketscher mit Federlagerung, den schmerzgeminderten Transport Verletzter. Besonders mit den Dräger-Werken in Lübeck, die auf dem Gebiet der Atmungsgeräte wegweisendes leisteten, gestaltete sich eine enge Verbindung. Sie sollte bis in die 1930er Jahre für beide Seiten nutzbringend sein.
Schließlich formierten sich auch übertage aus den anfänglich allgemeinen Rettungsmannschaften nach und nach eigentliche Werksfeuerwehren. Sie nahmen sich dem Schutz der Werksanlagen an, aber ergänzten und verstärkten auch den regionalen Brandschutz.
Sonderausstellung im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge zur Feuerwehr und Grubenwehr vom 27.04.2013 bis 05.01.2014
Anhand ausgewählter Objekte zeichnet die Sonderausstellung die Geschichte der Gruben- und Werksfeuerwehren im sächsischen Steinkohlenbergbau nach. Höhepunkte der Ausstellung sind ein original erhaltener und über viele Jahre nicht gezeigter Horch 853 Feuerwehrmannschaftswagen mit Vorbaupumpe von 1936 oder eine Handdruckspritze für Pferdebespannung aus der Zeit um 1850.
Zu den außergewöhnlichen Exponaten zählt auch ein von Alexander von Humboldt entwickelter Lichterhalter. Durch diesen konnten sich Menschen über mehrere Stunden mit brennenden Lichtern in unterschiedlichen Gasarten, ohne Benachteiligung der Gesundheit, aufhalten. Des Weiteren gibt es verschiedene Ausrüstungen und Geräte der Feuer- und Grubenwehren, aber auch Uniformen und Helme zu bestaunen. Der Standort Leipzig des zentralen Grubenrettungswesens steuerte interessante Rettungsgeräte bei, mit denen sich die Entwicklung der Ausrüstung der Grubenwehr nachvollziehen lässt.
Mit der Ausstellung würdigt das Museum zugleich die erfahrenen und mutigen Bergleute, die sich durch ihren selbstlosen Einsatz in den freiwilligen Rettungsorganisationen große Verdienste erworben haben.
Die Sonderausstellung wird bis 05. Januar 2014 im Bergbaumuseum Oelsnitz/ Erzgebirge zu sehen sein. Begleitender Höhepunkt am 16.6.2013 ist ein großer Feuerwehr- und Grubenwehrtag unter dem Motto „Wasser marsch!“ mit Schauvorführungen, Grubenwehreinsätzen, Löschübungen, Kinderprogramm und Feuerwehrmusik.

Text und Fotos:Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge

Kontakt:
Bergbaumuseum Oelsnitz/ Erzgebirge
Pflockenstraße
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
Tel. 037298 / 93 94-0
info@bergbaumuseum-oelsnitz.de
www.bergbaumuseum-oelsnitz.de