Die Bergbrüderschaft Bad Schlema e.V. führt dieses Jahr ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" durch!

Logo BMFSFSAndreas Rössel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins und Projektverantwortlicher, gibt dazu die ersten Planungen bekannt: Es lag mir am Herzen nach unserem Projekt im letzten Jahr, im Bundesprogramm "Vielfalt tut gut" - "Von der regionalen Traditionspflege zum europäischen Verständnis", die Projektarbeit fortzuführen. Projektarbeit zur Förderung von Toleranz und Demokratie war für die Bergbrüderschaft neu. Das Projekt bildete den Anfang für beständige Projektarbeit zur nachhaltigen Teilnahme am öffentlichen Diskurs und zur Mitarbeit an Umsetzung der lokalen Strategie der Region Silberberg zu. Wir werden in diesem Jahr mit Schüler/innen der Grundschule "Friedrich Schiller" und der privaten Mittelschule Westerzgebirge einige geschichtliche Hintergründe der Gemeinde Bad Schlema aufarbeiten. Dabei geht es konkret um die Ansiedlung Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg. Mittels bergmännischer Jugenderlebnistage wird Wissen zum Bergbau vermittelt, Erfahrungen von Zeitzeugen werden weitergegeben und bergmännische Traditionspflege wird vorgestellt.

Wir möchten den Teilnehmer/innen zeigen welche Veränderungen und Probleme mit der Ansiedlung von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gebieten Europas hierher kamen bestanden. Wie diese Menschen gemeinsam mit Einheimischen den Bergbau der Wismut betrieben und wie durch diese Bergbautraditionen gesellschaftliche Werte zum Teil neu überdacht wurden. In der Hauptsache geht es darum, die damaligen schwierigen Lebensverhältnisse, die nur durch ein hohes Maß an Toleranz und gegenseitiger Achtung bewältigt werden konnten, mit den Lebensverhältnissen heute zu vergleichen und Gemeinsamkeiten z. B. im Zusammenleben mit Migrant/innen herzustellen.

Es müssen zunächst Fragen beantwortet werden. Wie kamen die damaligen Fremden in unserer Region an? Wer waren Sie? Wie wurden Sie von den Einheimischen empfangen? Welche Probleme gab es mit der einheimischen Bevölkerung? Wie gestaltete sich die untertägige Arbeit und wie kamen die Bergleute miteinander zurecht, da im Bergbau der Wismut allen Neulinge waren. Wie schaffte man ein harmonisches Zusammenleben? Bei der Erörterung dieser Fragen lernen die Teilnehmer/innen automatisch, was toleranter Umgang im Alltag heißt und überdenken eigene Wertevorstellungen.

Die Schüler werden angeleitet von Vereinsmitgliedern und Gästen, wie Zeitzeugen. In Gesprächen werden sie an die Geschichte unseres Heimatortes herangeführt. Durch den Besuch des Museum Uranbergbau und des Besucherbergwerkes Schacht 15IIb wird ein lebendiger Eindruck über die Arbeitssituation im Bergwerk vermittelt.

In Gesprächsrunden werden wir mit Zeitzeugen über die damalige Zeit sprechen. Dies ist besonders wertvoll, da die Zeitzeugen, die Umsiedler, Zwangsverpflichtete und Vertriebene die ab 1946 in den sächsischen Uranbergbau nach Aue und Schlema kamen, immer weniger werden. Die Teilnehmer/innen des Projektes werden gewonnene Erkenntnisse über die Bergbaugeschichte der Wismut sowie über die Menschen, die diesen Bergbau betrieben haben, in Präsentationen verarbeiten und der Bevölkerung zur Verfügung stellen. Neben Wandzeitungen können auch elektronische Präsentationen entstehen, der Projektträger stellt die entsprechenden Materialien und Medien zur Verfügung. Die Teilnehmer/innen werden auch ein kleines Theaterstück zum Thema entwickelt und aufführen. Auch die Teilnahme an Bergparaden soll den Schülern zeigen was es heißt Traditionen lebendig zu halten.

Natürlich können alle interessierten Bürger/innen, besonders auch ehemaligen Beschäftigte der Wismut am Projekt teilnehmen. Wir würden uns freuen, wenn sich Interessierte unter der Telefonnummer 03772/326432 melden, um eine Teilnahme abzusprechen. Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern – Kompetenz stärken"
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Quelle: Pressemitteilung der Bergbrüderschaft Bad Schlema