Arbeitsgruppe Bergbauliche Schauanlagen tagte zum vierten Mal

Dieter Schönherr von der Bergknappschaft Marienberg spricht zur Geschichte des Rudolphschachts
Markus Link informiert über den aktuellen Sachstand der UNESCO-Welterbe-Bewerbung „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí“
Der Termin war kein Aprilscherz. Am 1. April trafen sich zum vierten Mal 30 Mitglieder der Arbeitsgruppe, diesmal im Pferdegöpel in Marienberg OT Lauta. Eine sehr umfangreiche Tagesordnung war abzuarbeiten, hier einige kurze Ausführungen dazu:

Andreas Rössel, Leiter der AG, informierte die Anwesenden über die Änderung der Ansprechpartner im Oberbergamt (OBA) Freiberg. Da Joachim Decker, langjähriger Fachexperte im OBA für Besucherbergwerke, in seinen wohlverdienten Unruhestand verabschiedet wurde, übernahmen die Aufgaben Herr Burkhard Weber und Marco Lange. Leider waren beide an dem Tag verhindert und konnten nicht an der Tagung teilnehmen.

Als Gastreferent konnte Bergkamerad Lutz Eßbach, der als Landesbergchordirektor über die Einsatzmöglichkeiten der bergmännischen Chöre und Gesangsgruppen des SLV in unseren Besuchereinrichtungen referierte, begrüßt werden. In seinem Vortrag stellte er die einzelnen Klangkörper vor und gab einen Überblick über bergmännisches Liedgut und die Einsatzmöglichkeiten der Chöre und Gesangsgruppen.

Markus Link, Projektmanager im Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge informierte die Tagungsteilnehmer über den aktuellen Sachstand der UNESCO-Welterbe-Bewerbung "Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí". Bis 31.05.2017 soll die erneute Nominierung fertiggestellt sein, so dass am 26. Juni 2017 die Mitgliederversammlung des Welterbeverein den Beschluss dazu fassen kann. Im August 2017 wird dann die Nominierung an die Kultusministerkonferenz übergeben. Im Sommer 2019 wird die Entscheidung zum Welterbeantrag durch die UNESCO erwartet. Über die geplanten Aktivitäten zum "2. Bergschätzetag des Erzgebirges" am 17.09.2017 im GEOPARK Tharandter Wald, in Dorfhain informierte Rolf Mögel die Tagungsteilnehmern.

Zu zwei weitere Themen informierte Andreas Rössel. So ist angedacht, die Besuchereinrichtungen mit einer Plakette auszustatten, die am Eingangsbereich der Einrichtung öffentlichkeitswirksam angebracht werden soll. Diese Idee1 stammte ursprünglich noch von Gunter Fischer, wurde aber damals nicht weiter verfolgt, und wurde jetzt wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Die Plakette soll die Einrichtungen als Mitglied des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine ausweisen, so dass die Besucher bei möglichst vielen Einrichtungen die Zugehörigkeit zum Verband erkennen. Aktuell ist die die Gestaltung der Plakette und die Finanzierung zu klären.

Weiterhin wurde der Vorschlag zu einen Fotowettbewerb besprochen. Der Fotowettbewerb soll die bergbaulichen Schauanlagen noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit stellen und die Besuchereinrichtungen bekannter machen. Die besten Fotos sollen dann aller fünf Jahre zu einer kleinen Fotoausstellung zu zukünftigen Sächsischen Bergmannstagen ausgestellt werden und so für die Einrichtungen werben. Weiterhin besteht die Idee, die besten Motive als Sammler-Postkarte heraus zu bringen. Ausführliche Informationen sind im Aufruf zum Fotowettbewerb der Arbeitsgruppe Bergbauliche Schauanlagen hier im Bergglöckchen nachzulesen. Die Arbeitsgruppe hofft auf eine rege Beteiligung aller Mitglieder der Vereine des Sächsischen Landesverbandes.

Karsten Gräning, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbandes Erzgebirge brachte den Punkt Bergbauerlebnistage 2017 und eine mögliche Neuausrichtung in 2018 in die Diskussion ein. Es wurde erkannt, das sich die Erlebnistage, verteilt über die gesamte Erzgebirgsfläche an bis zu 42 Standorten zu diesem Termin (wechselnd mit Pfingsten und dem "deutschen Mühlentag"), bei vielen weiteren konkurrierende Veranstaltungen nicht durchsetzen kann! Das zeigt auch das 2014 - 2016 abgefragte Resümee der Teilnehmer und der schleichende Rückgang der Teilnehmer und Einrichtungen. Es ist nur punktuell gelungen in den teilnehmenden Einrichtungen besondere Programmpunkte und Kooperationen mit örtlichen Anbietern zu entwickeln, um Besucher zu animieren, gerade dieses Angebot an nur diesen Tagen in Anspruch zu nehmen. Daher ist eine Bündelung auf vier Standorte in den Landkreisen Erzgebirge, Mittelsachsen, Osterzgebirge und Ústecký kraj (CZ) angedacht. Der Termin verbleibt auf dem 1. Juniwochenende, dem deutschen Welterbetag. Der Vorschlag der Neuausrichtung wurde kontrovers diskutiert. Dies zeigt, dass hier weitere Überlegungen über die Neuausrichtung der Bergbauerlebnistage nötig sind. Zur nächsten Beratung der Arbeitsgruppe wird das überarbeitete Konzept abschließend vorgestellt.

Andreas Rössel, Leiter der AG Bergbauliche Schauanlagen bedankte sich bei den Teilnehmern für Ihre Mitarbeit in der AG. Ein besonderer Dank geht für die Organisation an die Mitglieder der Bergknappschaft Marienberg, Bergkameraden Ralf Albrecht und Dieter Schönherr und an die Mitarbeiter des Pferdegöpels auf dem Rudolphschacht, Herr Fritzsche, für Tagungsort, Versorgung und Besichtigungsmöglichkeit der Einrichtung.

1 siehe dazu Gunter Fischer: Aus der Arbeit des Ausschusses "Schau- und Besucherbergwerke, Denkmale und Museen der Montanindustrie" in Bergglöckchen 1/2003 S.7

Pferdegöpels auf dem Rudolphschacht im Marienberger Ortsteil Lauta – Tagungsort der 4. Beratung AG Bergbauliche Schauanlagen
Pferdegöpels auf dem Rudolphschacht - Es ist angespannt


Text: Andreas Rössel und Fotos:ge-me