Besucherbergwerk "St.Anna Fundgrube" und "Seegen Gottes Erbstolln" Wolkenburg

  St. Anna Fundgrube
"St. Anna Fundgrube"

"Seegen Gottes Erbstolln" "Seegen Gottes Erbstolln"
  Seit 1980 betreibt die Arbeitsgemeinschaft Geologie und Bergbau Westsachsen archivarische und archäologische Forschungen, die Erstaunliches über Alter und Ausdehnung des Wolkenburger Reviers zutage brachten: Archäologische Grabungen bestätigten, daß der Bergbau hier am Ullrichsberg bei Wolkenburg vor 1345 begonnen hat. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1351 zurück und insgesamt sind die Namen von 26 einzelnen Bergwerken überliefert, in denen hauptsächlich silberhaltige Kupfer- und Bleierze gewonnen wurden. Wie der Bergbau in Freiberg und an der unteren Zschopau (Treppenhauer, Biensdorf) gehört das Wolkenburger Revier also zu den ältesten sächsischen Bergbaugebieten. Die früheste Bergbauperiode umfaßte das 14. Jahrhundert bis etwa 1390. Aus dieser Zeit blieb auf der Höhe des Ullrichsberges ein Halden- und Pingengelände erhalten, zu dem der bergbauhistorische Lehrpfad führt. Infolge des Aufschwungs des Bergwesens im 16. Jahrhundert wurden auch im Wolkenburger Revier alte Gruben wieder aufgenommen. Zwischen 1512 und 1590 arbeiteten ständig mindestens 4 Bergwerke, die ab 1519 auch ein eigenes Pochwerk betrieben. Im 18. Jahrhundert begann nochmals eine neue Bergbauperiode im Revier. Im Jahre 1713 wurden Gruben an der Herrnsdorfer Seite des Ullrichsberges neu verliehen. Zu dieser Zeit taucht auch der Name "St.Anna-Fundgrube" erstmals in den historischen Quellen auf. 1739 begann man, den "Seegen-Gottes-Erbstolln" gegen den "Victor-Stehenden" bei Niederwinkel vorzutreiben. Nach zehn Jahren mühsamer Arbeit mit Schlägel und Eisen hatte man den Erzgang erreicht und dem Tagesschacht Wasserlösung gebracht. Da die Ausbeute aber gering war, wechselte die Gewerkschaft häufig. Bis 1801 wurde noch Erz an die Freiberger Hütten geliefert. Als erste Anlage erhielt bereits 1987 der "Seegen-Gottes-Erbstolln" den Status eines Besucherbergwerkes. Dieser Stolln aus dem 18. Jahrhundert kann gegenwärtig nur auf Voranmeldung besichtigt werden. 1992 begannen die Arbeiten zur Freilegung und Aufwältigung der "St.Anna-Fundgrube", die seit 1999 als zweites Bergwerk der Arbeitsgemeinschaft den Status eines Besucherbergwerkes besitzt. Das Besucherbergwerk St.Anna-Fundgrube ist regelmäßig für Besucher geöffnet. Hier können auf engstem Raum Grubenbaue aus 650 Jahren Bergbaugeschichte besichtigt werden: Die Strossenbaue im tagesnahen Bereich könnten noch aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der neue Tagesschacht wurden im 16. Jahrhundert abgeteuft und ausgebaut. Schließlich wurde 1943 im Bergwerk noch ein Luftschutzraum angelegt. Da die Arbeitsgemeinschaft noch weitere, verschüttete Grubenbereiche freilegt, erwartet auch regelmäßig wiederkehrende Besucher immer wieder Neues.  
           
  Anschrift:   AG Altbergbau & Geologie Westsachsen e.V.
Bergamtshaus
Zur Papierfabrik 10
08399 Wolkenburg
Herr Dr. W. Faust, Telefon 037296 936079
Herr Paul Schurmann Telefon (03722) 403495
 
           
  Führungen:   alljährlich Ostermontag, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (03.10.) und Reformationstag (31.10.),
jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr
(weitere Termine auf der Homepage des Vereins)
 
           
         
  Dauer der Führungen:   etwa 45 Minuten
         
  Hinweise:   Der für Besucher geöffnete Teil des Bergwerks ist ohne besondere Anforderungen zugänglich. Da einige Stufen bewältigt werden müssen und da die Strecken zum Teil sehr eng sind, ist eine Befahrung für gehbehinderte Besucher jedoch nicht uneingeschränkt möglich. Kinder sollten mindestens 6 Jahre alt sein. Denken Sie bitte bei der Auswahl von Kleidung und Schuhwerk daran, daß es Untertage gleichbleibend kühl und nicht asphaltiert ist !
         
  Internet:   www.wolkenburger-bergbaurevier.de  
           
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